
Sidi |
Im Titelsong SIDI erkauft sich jemand, den Zutritt zur Gesellschaft,
die ihn ablehnt. Kleider machen Leute, aber der Sidi weiß, auf
welches Blendwerk die Leute hereinfallen. GOURARA greift den
typischen Rhythmus der Bevölkerungsgruppen im Süden Algeriens auf,
Timimoune nennt man sie, Gnaoui in Marokko. Ein 6/8 Beat, der mit
nordafrikanischen Kastagnetten begleitet wird. Ein Party Song, über
dem Hamids Rockgitarrenriff schwebt. AFRO BAHIA folgt in einem Song
der langen Reise der afrikanischen Rhythmen nach Brasilien. Es ist
typisch für Hamid, dass er sich in seinen Songs nicht mit der
Umsetzung von ein oder zwei Ideen zufrieden gibt. Rap begleitet die
afrobrasiliansche Reise über den Atlantik, der Makossa Dance Refrain
huldigt Manu Dibango und mit Hamids arabischem Gesang nimmt auch der
Norden Afrikas an der Reise teil. ...
... Mit den brasilianischen Timbali Trommeln am Schluß kommt das
Schiff am Zielpunkt seiner Fahrt an. Die Vielzahl von Referenzpunkten
in Hamids Songs zeigt sich auch in GHADDAR - Ein gigantischer Wal von
einem Lied. Tonwörtlich, denn der aufheulende Zwischenton ist wirklich
der Gesang eines von Fangbooten gejagten Wales, den Hamid direkt aus
einer Fernsehreportage aufgenommen hat. Der Wal harmonisiert
tonhöhenperfekt mit der Trompete. Ghaddar ist aber kein Ökosong,
sondern die Sample unterstützen lediglich tonmalerisch die Stimmung
eines nächtlichen Paris, in dem ein Musiker, der nicht weiß, wo er um
vier Uhr morgens hin soll, gedankenverloren auf seiner Trompete spielt.
Und wieder sind wir mit CA BOUGE in Paris. Im Rotlichtviertel Place
Clichy, wo sich ein Immigrant danach sehnt, einmal mit der Frau seiner
Träume zusammen zu sein. BARAH ist die Geschichte einer Reise durch
ein Photoalbum. Hinten fängt der Alte an zu blättern und kommt am
Schluß bei seinen Jugendjahren an. Warum ist sie damals von mir
weggegangen und nicht zurückgekommen? Hamid hat diesen Song in Ägypten
mit Streichern aufgenommen. Zur maurischen Gegend Spaniens hat der
Algerier Baroudi eine geschichtlich und kulturell besonders enge
Beziehung. Wie kann man jemanden heute diese reiche Quelle
europäischer Kultur wieder erleben lassen? Hamid verschmilzt das
arabische Wort HAMBRA (rot) mit der großen Architektur der Alhambra in
Andalusien. Auch bei WATER geht es weit in die Geschichte zurück. Imzad
heißt das Instrument, ein Vorläufer der europäischen Geige, dass hier
erklingt. Traditionell haben es bei den Nomaden wie den Tuaregs nur die
Frauen gespielt. Hamid hat diese Imzad mit Rap, Djembe Trommeln und
jazzigen Grooves ummalt. Mit den Tuareg als imaginativer Stimme
diskutiert Hamid das Thema, dass diese resourcenknappe Welt in Zukunft
bewegen wird: Wasser. WALAH WALAH besucht einmal mehr die Gnaoui Musik
Marokkos und Südalgeriens. HELENA, das Schlußlied, ist eine Verbeugung
Hamid's vor den Frauen.
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